Kaffee in der Stillzeit

Stillen und Genussmittel: Gefahren von Rauchen, Alkohol, Kaffee und Medikamente in der Stillzeit


Während Du Dein Baby stillst, solltest Du nicht nur darauf achten, dich ausgewogen zu ernähren, sondern auch auf verschiedene Genussmittel verzichten. Denn manche Stoffe gehen direkt in die Muttermilch und von dort aus in den Organismus Deines Babys über.

Rauchen in der Stillzeit

Stillen und Rauchen gehören nicht zusammen. Und nicht nur in der Stillzeit solltest Du das Rauchen lassen, denn in der Nähe von Kindern ist rauchen nie gut. Dass Passivraucher sehr viel Nikotin aufnehmen, ist keine neue Erkenntnis. Sogar, wenn Du auf dem Balkon oder vor der Tür rauchst, schadet das Deinen Kindern.

Alkohol in der Stillzeit

Stillen und Alkohol sind ebenso tabu. Denn ein Teil des Alkohols im Blut geht auch in die Muttermilch über und belastet die Leber des Babys. Auch in kleinen Mengen. Wer trotzdem partout nicht auf Alkohol verzichten mag und hin und wieder ein Gläschen trinken möchte (nicht mehr!), der kann das Glas Wein oder Bier direkt nach einer Stillmahlzeit zu sich nehmen und die nächste Mahlzeit durch abgepumpte Milch ersetzen. Erst nach einer Zeitspanne von mindestens 4-5 Stunden kann man nach einem (!) Glas wieder  stillen. Die bessere Alternative wären aber in jedem Fall alkoholfreie Alternativen an Sekt, Bier und Cocktails.

Medikamente in der Stillzeit

Mit Medikamenten in der Stillzeit sollte man zumindest vorsichtig sein und im Zweifel Rücksprache mit dem Arzt halten. Grundsätzlich sind aber nicht alle Schmerztabletten und Medikamente tabu.

Bei Kopfschmerzen, Gliederschmerzen oder Zahnschmerzen sind Ibuprofen und Paracetamol die erste Wahl. Diese Medikamente werden auch Babys verschrieben, die unter Fieber oder Schmerzen leiden, wenn auch in geringerer Dosierung. Deshalb solltest Du darauf achten, sie keinesfalls zu hoch zu dosieren. Wenn irgendwie möglich, versuche mit der geringeren Dosis auszukommen.


Aspirin (Azetylsalizylsäure ) eignet sich als Medikament beim Stillen weniger gut.

Jedes Antibiotikum geht in die Muttermilch über. Das bedeutet, von einer Antibiotika-Therapie ist immer auch Dein Baby betroffen, wenn auch in viel geringerem Maße. Etwa zehn Prozent aller Stillkinder bekommen bei einer Antibiotika-Therapie der Mutter Durchfall. Das bedeutet, wenn sich Antibiotika wirklich nicht vermeiden lassen, dann solltest Du zumindest auf stillfreundliche Antibiotika zurückgreifen. Welche das sind, weiß Dein Arzt.

Kaffee in der Stillzeit

Kaffee in der Stillzeit ist nicht per se „verboten“. Jedoch sollte Dir bewusst sein, dass sich die Wirkung von Koffein oder Teein über die Muttermilch auf das Baby überträgt. Beobachte deshalb, ob Dein Baby besonders unruhig wird, wenn Du Kaffee oder Tee trinkst. Die Wirkung auf das Baby kannst Du auch reduzieren, indem Du die Tasse Kaffee immer direkt nach einer Stillmahlzeit einnimmst. So lässt die Wirkung bis zur nächsten Mahlzeit wieder nach.

Quellen: 

  • Lothrop, Hannah: Das Stillbuch. München: Kösel, 2008.
  • Weigert, Vivan: Stillen. München: Kösel 2010.
  • Linden, Dr. med. Wilhelm zur: Geburt und Kindheit. Frankfurt am Main: Vittorio Klostermann, 1998
  • Breastfeeding MedicineVol. 13, No. 5 (Juni 2018)