Hilfsmittel beim Stillen

Was benötigt man zum Stillen? Checkliste und Hilfsmittel


Eigentlich brauchst Du für das Stillen nichts, außer Deine Brust und das Baby. Trotzdem kann es beruhigend sein, einige Accessoires und Hilfsmittel zu Hause zu haben. Welche davon wirklich sinnvoll sind, kann sehr individuell sein. Wichtig ist vor allem, dass Du Dich in Deiner Stillumgebung wohl fühlst.

Kleine Helferlein in der Stillzeit

Stillkissen

Manche Hebammen bezeichnen die klassischen Stillkissen als „Still-Verhinderungs-Kissen“. Denn sie rutschen leicht weg und sind oft sehr unhandlich. Wenn das Baby während des Trinkens von der Brustwarze wegrutscht, entsteht oft ein Zug auf die Brustwarze. Das kann zu kleinen Verletzungen der Mamille führen und in der Folge zu Schmerzen und Entzündungen. Wenn Du trotzdem ein konventionelles Stillkissen möchtest, achte auf die Füllung. Kleine Styropor-Kügelchen geben leicht nach und rutschen weg. Eine Füllung aus Körnern ist da schon etwas stabiler. Eine wirkliche Unterstützung in der Stillzeit ist dagegen ein Stillkissen zum Umschnallen.

Armsessel oder Schaukelstuhl

Erfahrene Stillmütter stillen überall. Je älter das Kind wird, desto kürzer werden auch oft die Stillmahlzeiten. Vor allem in der Anfangszeit möchten aber manche Säuglinge gefühlt den Großteil des Tages an der Brust verbringen. Das gibt ihnen nicht nur ausreichend Nahrung, sondern vor allem viel Geborgenheit und Sicherheit, die sie für ihre Entwicklung brauchen.

Damit das auch von Deiner Seite aus kein Problem darstellt, solltest Du zu Hause einen Ort haben, an dem du bequem stillen kannst. Das kann eine Couch sein, ein bequemer Sessel mit Armlehnen oder ein Schaukelstuhl (Amazon Affiliate Link). Richte schon vor der Geburt alles so ein, dass Du Dich wohlfühlst und weder Rückenschmerzen bekommst, noch sonst irgendwie darunter leidest. Praktisch ist zum Beispiel ein kleiner Tisch, auf dem immer etwas Wasser und eine Kleinigkeit zu essen stehen kann. Denn vor allem in den ersten Wochen bekommt man während des Stillens unheimlichen Durst, der nicht warten kann.

Stillmode und Still-BH

Du brauchst nicht unbedingt Stillmode – praktisch ist sie allerdings schon. Denn sie macht das Stillen mit Kleidung bequem und auch öffentlichkeitstauglich. Vor allem ein bequemer Still-BH ist wirklich zu empfehlen. Darüber kannst Du dann gut auch zwei Lagen an Kleidung tragen, wovon Du die eine nach oben, die andere nach unten schiebst. So wird Deine Brust für Dein Baby zugänglich, ohne dass du frierst oder in der Öffentlichkeit unangenehm auffällst.


Stillhütchen

Für die meisten stillenden Mütter sind Stillhütchen (Amazon Affiliate Link) völlig unnötig. Wenn Du allerdings große Angst vor den anfänglich schmerzenden Brustwarzen hast, kannst Du diese mit Stillhütchen etwas mindern. Sei Dir aber bewusst, dass es unter Umständen schwierig wird, das Baby danach an das Stillen ohne Stillhütchen zu gewöhnen. Und auf Dauer ist das Mittragen, Anlegen und Säubern der Stillhütchen schon komplizierter, als das einfach Stillen.

Kompressen und Lanolin

Wenn sich Deine Brustwarzen an das Stillen gewöhnen, kommt es meistens zu einer Phase, in der sie brennen und schmerzen. Dann helfen z.B. Multi-MAM Kompressen und reines Lanolin (Amazon Affiliate Links). Auch sehr förderlich für die Heilung und den Hautschutz ist es, nach dem Stillen einfach einen Tropfen Muttermilch auf der Brustwarze zu verteilen und an der Luft trocknen zu lassen. Denn Muttermilch enthält viele entzündungshemmende und hautpflegende Stoffe.

Ring Sling oder Babytrage

In einem Ring Sling Tragetuch oder einer guten Babytrage kannst Du stillen, ohne das Kind aus der Trage zu nehmen. Das kann sehr praktisch sein, um unterwegs zu stillen, ohne sich extra einen geeigneten Ort zum Sitzen zu suchen. Auch fällt das Stillen in der Trage oder im Tuch in der Öffentlichkeit kaum auf. Ein Tragetuch hat außerdem den Vorteil, dass die unmittelbare Nähe zum Kind die Milchbildung fördert.

Stilleinlagen

Die meisten Mütter benötigen Stilleinlagen nur in der ersten Zeit oder gar nicht. Vorübergehend kannst Du Dir auch behelfen mit einem Stück Stoff oder Küchenrolle – denn besorgt sind die kleinen Watteteilchen schnell. Es gibt überigens, für die umweltbewussten Stillmütter, auch waschbare, wiederverwendbare Stilleinlagen in wunderschönen Designs.

Stilltee, Stillsnacks

Das Sortiment an Nahrungsmitteln, die speziell für stillende Mütter hergestellt wurden, wächst stetig. Im Prinzip benötigst Du keines davon. Weder Stilltee, noch selbstgemachte Stillkugeln, Müsliriegel oder Fruchtschnitten für stillende Mütter. Allerdings schadet es auch nicht. Wenn Du stillst, ist es wichtig, dass Du genügend Flüssigkeit zu Dir nimmst. Stilltee kann, wenn er Dir schmeckt, dabei unterstützen. Stillsnacks – egal, ob als solche verkauft oder normale gesunde Snacks wie Nüsse oder Trockenfrüchte, sind vor allem in der Anfangszeit Gold wert. Denn für die Milchproduktion benötigst Du zusätzliche Energie – und das in einer Zeit, in der Du vielleicht wenig Zeit und Muse hast, dir etwas zu kochen.

Was du NICHT brauchst als stillende Mutter

Milchpulver, Fläschchen und Sauger

Oft wird suggeriert, dass dies zur Grundausstattung gehöre. Wenn Du Dein Baby stillen möchtest und bereit bist, mit eventuellen Schwierigkeiten umzugehen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Du diese „Erstausstattung“ brauchst, etwa so hoch wie die einer Hüftdysplasie. Sehr unwahrscheinlich also. Deshalb haben Eltern in der Regel auch keine Spreizhose zu Hause, „nur für den Ernstfall“. Sollte tatsächlich das Stillen nicht klappen, gibt es in jedem Krankenhaus Fläschchen und Milchpulver. In Drogerien, die an vielen Bahnhöfen auch Sonntags geöffnet haben, gibt es außerdem alles jederzeit zu kaufen.

Ein Kinderzimmer

So schön der Gedanke an ein perfekt eingerichtetes, wunderschönes Kinderzimmer mit Babywiege auch sein mag – dem Stillen tut das keinen Gefallen. Auch Babys, die mit der Flasche gefüttert werden im übrigen nicht. Lieber solltest Du Dein Baby ganz in Deiner Nähe im Beistellbettchen oder im Babybett neben dem Elternbett schlafen lassen.

Viele Stillmütter verzichten auch komplett auf ein eigenes Bett für’s Baby und lassen das Neugeborene im Familienbett schlafen. So kann das Kind auch nachts ununterbrochen die Nähe der Eltern spüren und als Mutter bekommst Du meist unmittelbar mit, wenn Dein Baby Hunger hat – noch bevor es anfängt, zu weinen. Die Nähe zum Baby fördert außerdem die Milchbildung und erleichtert das nächtliche Stillen – ein Aufstehen ist nicht nötig.