weibliche brust beim stillen

Weibliche Brust beim Stillen: Was gibt es zu beachten?


Egal, ob die Brust groß oder klein, egal ob große Brustwarzen, helle oder dunkle, Hängebrüste oder sonstige Formen – die Form und Beschaffenheit der weiblichen Brust beim Stillen macht keinen Unterschied. Doch was ist mit Hohlwarzen, Brust Piercings oder künstlichen Brüsten?

Form der Brustwarzen

Invertierte Mamillen, sog. Schlupfwarzen oder Hohlwarzen, besonders kleine oder flache Brustwarzen, sind kein Stillhinderniss. Das Baby nimmt zum Stillen ohnehin einen großen Teil der Warzenhofs in den Mund und zieht dann beim Saugen die Brustwarze heraus. Die Form oder Größe der weiblichen Brust beim Stillen ist nicht von Bedeutung. In manchen Fällen kann man allerdings mit ein paar Tricks die Brust auf die Stillzeit vorbereiten.

Brustwarzenpiercing beim Stillen

Es ist relativ selten, dass ein Brustwarzenpiercing Stillen unmöglich macht. In jedem Fall sollte das Piercing aber vor dem Anlegen herausgenommen werden.

Mit einem Brustpiercing solltest Du sehr aufmerksam auf Schmerzen und Veränderung der Brustwarze sein, denn

  • bei einem schlecht gestochenen Piercing kann es zu einer erhöhten Narbenbildung kommen und Milchgänge können verschlossen sein. Folge wäre ein Milchstau oder eine Brustentzündung.
  • wenn beim Stechen Nerven verletzt wurden, sind Teile der Brust gefühlsarm und Du bemerkst Verletzungen der Brustwarze nicht so schnell.

Ein Brustpiercing darf niemals während der Schwangerschaft oder Stillzeit gestochen werden, schon allein wegen der Risiken, die dieses mit sich bringt.


Stillen trotz Brust-OP?

In den meisten Fällen behindern Brustimplantate das Stillen nicht. Wenn sie professionell eingesetzt wurden, wurde der Schnitt unter bzw. hinter den Milchgängen gesetzt und diese sind intakt und funktionsfähig.

Auch nach einer Brustverkleinerung (Brustreduktion) ist das Stillen nicht unmöglich, allerdings kommt es hier häufiger zu Komplikationen. Denn auch wenn das Ziel der Operation ist, alle Nerven und Milchgänge unversehrt zu lassen, gelingt das nicht immer. Viele Mütter können danach weniger Milch produzieren.

Wer nach einer Krebserkrankung eine Brust vollständig entfernen musste, kann problemlos mit der verbleibenden, gesunden Brust weiter stillen. Auch diese kann genug Milch für ein Baby bilden. Bei zwei Brüsten reicht die Milch ja auch problemlos für Zwillinge.

Die weibliche Brust beim Stillen verändert sich

Nach etwa 3 Monaten verändert sich die Brust. Während die Mutter vorher sehr deutlich spürt, wann die Brust „voll“ ist, sie sich vor der Stillmahlzeit prall und drückend anfühlt und auch so aussieht, bleibt sie nach der Umstellung weich. Das bedeutet nicht, dass weniger Milch für das Baby da ist oder gar, dass das Baby nicht satt wird. Es bedeutet lediglich, dass sich der Milchbildungsprozess eingependelt hat und das Gewebe weniger stark durchblutet wird.

Quellen: 

  • Lothrop, Hannah: Das Stillbuch. München: Kösel, 2008.
  • Weigert, Vivan: Stillen. München: Kösel 2010.
  • http://www.bmj.com/content/336/7658/1426