Abstillen

Abstillen


Im Idealfall erledigt sich das Abstillen von ganz alleine. Denn mit Einführung der Beikost wird das Baby bzw. Kleinkind mehr und mehr feste Nahrung aufnehmen und dadurch weniger trinken. Im Gegenzug verringert sich die Milchmenge. Eines Tages wird das Kind einfach nicht mehr nach der Brust fragen und der Nachschub versiegt nach etwa zwei Wochen bis einige Monate.

natürliches abstillen: selbstbestimmtes abstillen

Nun ist es leider so, dass das natürliche Abstillalter, in dem ein Kind von sich aus aufhört zu trinken, irgendwann zwischen dem zweiten und siebten Lebensjahr liegt. Das ist biologisch kein Problem, gesellschaftlich dagegen schon. Denn leider gehört das Langzeitstillen in der westlichen Welt nicht zur Normalität und man wird häufig schief angesehen oder gar kritisiert. Unter anderem deshalb haben Mütter häufig nicht die Geduld, darauf zu warten, dass das Baby sich selbst abstillt.

Wann ist der beste Zeitpunkt zum abstillen?

Wann dann tatsächlich der richtige Zeitpunkt gekommen ist, das Baby abzustillen, weiß daher nur die Mutter selbst. Diese vier Punkte zur Stilldauer solltest Du aber vielleicht beachten:

  1. Die ersten sechs Lebensmonate sollte ein Baby laut Empfehlung der WHO ausschließlich von Milchnahrung leben. Wie lange voll stillen nötig ist, hängt davon ab, wann ein Baby bereit ist, Beikost aufzunehmen. Wenn Du aus irgendeinem Grund vor dem siebten Lebensmonat abstillen musst, braucht Dein Baby deshalb nicht früher anfangen, zu essen. So wie es vorher nach Bedarf gestillt wurde, kann es jetzt Pre-Milch nach Bedarf erhalten.
  2. Im gesamten ersten Lebensjahr bezeichnet man ein Baby als Säugling. Das liegt daran, dass es in dieser Zeit überwiegend von Milch leben sollte. Beikost ist in dieser Zeit genau das: Zusatzkost. Es gibt auch den treffenden Spruch: „Food under one ist just for fun“ (Im ersten Lebensjahr ist Essen nur Spaß).
  3. Die Darmflora und damit das Immunsystem eines Kindes ist nach etwa 12 Lebenmonaten so weit ausgebildet, dass es keine Muttermilch mehr benötigt. Das Stillen im ersten Lebensjahr senkt also das Risiko für Allergien, Autoimmunerkrankungen, entzündliche Darmerkrankungen und viele andere Krankheiten.
  4. Die WHO empfiehlt, Kinder insgesamt mindestens zwei Jahre lang zu stillen.

Abstillen – Wie am besten?

Langsames Abstillen

Manche Kinder lassen es zu, dass man das Stillen langsam „ausschleichen“ lässt. Das heißt, dass nach und nach Stillmahlzeiten durch feste Nahrung ersetzt und weggelassen werden. Das gilt vor allem für Kinder, die sehr regelmäßig an der Brust trinken und für die die Nahrungsaufnahme dabei im Vordergrund steht. Kinder, die sehr häufig trinken, tun dies in der Regel nicht primär aus Hunger, sondern um sich zu beruhigen oder die Nähe der Mutter zu genießen. Das zu ersetzen, kann weitaus schwieriger sein und zu viel Gegenwind führen.

TIPP
Wenn Du mit dem Abstillen nachts beginnst, vermeidest du einen ungünstigen Verlauf der Stillbeziehung. Denn wenn Dein Kind zwar die Nahrung aus der Muttermilch nicht mehr so sehr benötigt, wohl aber das Gefühl der Nähe zur Mutter, wird es anfangen, nachts häufiger nach der Brust zu verlangen, um die am Tag verwehrte Zeit nachzuholen. Für die meisten Mütter ist das nachts sehr anstrengend.

Abruptes Abstillen

In manchen Situationen ist es notwendig, von heute auf morgen abzustillen. Vor einer ungeplanten Medikamenteneinnahme zum Beispiel oder bei einer Erkrankung der Mutter. Für manche Mütter fühlt es sich aber auch einfach besser an, dem ganzen ein „schnelles Ende“ zu machen. Je nach Temperament und Alter kann das auch für ein Kind leichter zu akzeptieren sein.


Der Kaloriengehalt der Muttermilch lässt sich für das Kind, je nach Alter, schnell durch Pre-Milch oder anderes Essen ersetzen. Die Milchbildung in der Brust der Mutter wird aber nicht so schnell aufhören. Wenn Du also in einer Situation bist, die schnelles Abstillen unbedingt notwendig macht, musst Du auch dafür sorgen, dass sich die Milchmenge schnell verringert. Denn vor allem, wenn Dein Baby noch sehr viel Muttermilch getrunken hat, kann sich ein Milchstau bilden und die Brust kann sich entzünden.

abstillen – milchbildung drosseln

Eine Brustentzündung beim Abstillen kannst Du vermeiden, indem Du die Milchmenge durch Medikamente reduzierst. Allerdings haben diese Hormonhemmer auch starke Nebenwirkungen. Alternativ kannst Du zum Abstillen Tee trinken, der die Milchbildung hemmt. Dazu solltest Du mindestens vier Tassen Salbeitee am Tag trinken und keine Flüssigkeiten außer dem Abstill-Tee. Beide Brüste sollten durchgängig mit Quarkwickeln oder Kühlpads gekühlt werden. Wenn sich die Brust trotzdem sehr prall anfühlt, streiche etwas Milch mit der Hand aus.